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Dem Fahrrad gehört die Zukunft

Landkreis soll zur Vorzeigeregion für den Radverkehr werden - Fahrradbeauftragte Antonia Gordt arbeitet daran

Der Landkreis Neu-Ulm will „Vorzeigeregion für den Radverkehr“ werden. Das Ziel ist formuliert, jetzt geht es um die Verwirklichung. Hierfür gibt es seit Oktober vorigen Jahres am Landratsamt Antonia Gordt. Sie ist Mobilitäts-Klimaschutzmanagerin und Fahrradbeauftragte. Beim 1. Runden Tisch Radverkehr informierte sie ihre Fachkolleginnen und -kollegen aus den kreisangehörigen Städten, Märkten und Gemeinden.

Landrat Thorsten Freudenberger stellte eingangs heraus, dass sich die Mobilität grundlegend ändern müsse: weg vom fossil-motorisierten Individualverkehr hin zu vielfältigeren und umweltfreundlichen Fortbewegungsmitteln, wie dem Fahrrad. Dazu bedürfe es eines Einstellungswandels in der Bevölkerung: „Wir müssen mit dem Fahrrad auch fahren wollen!“, sagte Freudenberger, der gerne mal mit dem Fahrrad zur Arbeit und zu Dienstterminen kommt. Es gelte aber auch, seitens der Politik die Rahmenbedingungen für das Radfahren attraktiver zu gestalten, so der Landrat.

Der Landkreis Neu-Ulm tritt dabei kräftig in die Pedale. Am 25. April 2016 beschloss der Kreistag das Klimaschutzteilkonzept Mobilität. Es umfasst insgesamt 30 Maßnahmen. Davon betreffen neun das Thema Radverkehr. Antonia Gordt stellte den Neuner-Pack vor. Sozusagen als Rahmen, der die einzelnen Teile und Schritte verbindet, dient die Zertifizierung als „fahrradfreundlicher Landkreis“ bei der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern“ (AGFK Bayern). Nach der sogenannten „Vorbereisung“ am 18. September 2017 und dem Erhalt der Mitgliedschaft bereitet Antonia Gordt sich und den Landkreis Neu-Ulm nun auf den Tag der Entscheidung vor. Im Sommer/Herbst 2021 kommt eine Jury der AGFK zur „Hauptbereisung“ in den Landkreis.

Bis dahin müssen alle Aufnahme-Kriterien erfüllt sein. 20 Punkte zählte die Fahrradbeauftragte auf und erläuterte sie. So etwas wie die Naben, um die sich alles – wie beim Fahrrad – dreht, ist die Radverkehrsförderung. Sie hat vier Säulen: 1. Infrastruktur (zum Beispiel: Fahrradabstellanlagen an Landkreis-Schulen prüfen und verbessern); 2. Informationen (zum Beispiel: Erstellung von Leitfäden, neue Homepage und AGFK-Inhouse-Seminar); 3. Service (zum Beispiel: Schulradprojekte, Radfahrkarte für den Landkreis); 4. Kommunikation (zum Beispiel: Bildung von Arbeitskreisen, Runder Tisch Radverkehr).

Der Runde Tisch Radverkehr, so erklärte Antonia Gordt, „soll dabei helfen, gemeinsam mit den Kommunen und dem Staatlichen Bauamt die AGFK-Bedingungen zu erfüllen“.

Um Auto und Fahrrad besser kombinieren zu können, ist geplant, einbruchsichere Fahrradboxen an Pendlerparkplätzen entlang der Autobahn aufzustellen. Angedacht ist, das Pilotprojekt an den A7-Anschlussstellen Vöhringen und Illertissen zu realisieren.

Um den Radverkehr in besonderem Maße zu fördern, arbeitet Antonia Gordt an einem Radverkehrskonzept 2020/2021. Dabei geht es hauptsächlich darum, das Alltagsradwegenetz besser in Schwung zu bringen. Das touristische Radwegenetz hat bereits in den vergangenen Jahren unter Leitung von Andrea Engel-Benz, der Tourismusbeauftragten des Landkreises Neu-Ulm, stark an Fahrt aufgenommen. Entstanden sind zum Beispiel eine landkreisweit einheitliche Radverkehrsbeschilderung, die viel gelobt wird, und ein Radtouren-Führer mit sechs beschriebenen Tagestouren. Außerdem ist der Landkreis Neu-Ulm an drei Premium-Fernradwegen beteiligt, die durch sein Gebiet führen.

Reinigungs- und Winterdienst, Baustellenmanagement, verkehrsrechtliche Beschilderung, Poller/Pfosten, Unfallstellen – das sind weitere Themen, die im Rahmen der AGFK-Zertifizierung überprüft und gegebenenfalls verbessert werden.

Für Radschnellwegeverbindungen hat der Regionalverband Donau-Iller, bei dem der Landkreis Neu-Ulm zu den Mitgliedern zählt, eine Potentialanalyse vorgenommen. Demnach sind unter anderem folgende Verbindungen grundsätzlich für einen Radschnellweg geeignet: 1) Neu-Ulm – Senden –Vöhringen – Bellenberg – Illertissen – Memmingen; 2) Neu-Ulm – Nersingen – Leipheim – Burgau; 3) Senden – Weißenhorn und Weißenhorn – Vöhringen. Ein Ingenieurbüro prüft nun im Auftrag des Regionalverbandes detailliert die Eignung dieser und weiterer Korridore. Bislang gibt es im Landkreis Neu-Ulm keinen Radschnellweg. Aus Sicht der Radverkehrsbeauftragten Antonia Gordt wäre es wünschenswert, wenn sich auch in diese Richtung etwas bewegt.

Kontakt: Antonia Gordt, Mobilitäts-Klimaschutzmanagerin und Fahrradbeauftragte des Landratsamts Neu-Ulm, E-Mail: antonia.gordt@lra.neu-ulm.de, Telefon: 0731 / 70 40 – 3221.

© Martina Herrmann E-Mail

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Landkreis soll zur Vorzeigeregion für den Radverkehr werden - Fahrradbeauftragte Antonia Gordt arbeitet daran

Der Landkreis Neu-Ulm will „Vorzeigeregion für den Radverkehr“ werden. Das Ziel ist formuliert, jetzt geht es um die Verwirklichung. Hierfür gibt es seit Oktober vorigen Jahres am Landratsamt Antonia Gordt. Sie ist Mobilitäts-Klimaschutzmanagerin und Fahrradbeauftragte. Beim 1. Runden Tisch Radverkehr informierte sie ihre Fachkolleginnen und -kollegen aus den kreisangehörigen Städten, Märkten und Gemeinden.

Landrat Thorsten Freudenberger stellte eingangs heraus, dass sich die Mobilität grundlegend ändern müsse: weg vom fossil-motorisierten Individualverkehr hin zu vielfältigeren und umweltfreundlichen Fortbewegungsmitteln, wie dem Fahrrad. Dazu bedürfe es eines Einstellungswandels in der Bevölkerung: „Wir müssen mit dem Fahrrad auch fahren wollen!“, sagte Freudenberger, der gerne mal mit dem Fahrrad zur Arbeit und zu Dienstterminen kommt. Es gelte aber auch, seitens der Politik die Rahmenbedingungen für das Radfahren attraktiver zu gestalten, so der Landrat.

Der Landkreis Neu-Ulm tritt dabei kräftig in die Pedale. Am 25. April 2016 beschloss der Kreistag das Klimaschutzteilkonzept Mobilität. Es umfasst insgesamt 30 Maßnahmen. Davon betreffen neun das Thema Radverkehr. Antonia Gordt stellte den Neuner-Pack vor. Sozusagen als Rahmen, der die einzelnen Teile und Schritte verbindet, dient die Zertifizierung als „fahrradfreundlicher Landkreis“ bei der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern“ (AGFK Bayern). Nach der sogenannten „Vorbereisung“ am 18. September 2017 und dem Erhalt der Mitgliedschaft bereitet Antonia Gordt sich und den Landkreis Neu-Ulm nun auf den Tag der Entscheidung vor. Im Sommer/Herbst 2021 kommt eine Jury der AGFK zur „Hauptbereisung“ in den Landkreis.

Bis dahin müssen alle Aufnahme-Kriterien erfüllt sein. 20 Punkte zählte die Fahrradbeauftragte auf und erläuterte sie. So etwas wie die Naben, um die sich alles – wie beim Fahrrad – dreht, ist die Radverkehrsförderung. Sie hat vier Säulen: 1. Infrastruktur (zum Beispiel: Fahrradabstellanlagen an Landkreis-Schulen prüfen und verbessern); 2. Informationen (zum Beispiel: Erstellung von Leitfäden, neue Homepage und AGFK-Inhouse-Seminar); 3. Service (zum Beispiel: Schulradprojekte, Radfahrkarte für den Landkreis); 4. Kommunikation (zum Beispiel: Bildung von Arbeitskreisen, Runder Tisch Radverkehr).

Der Runde Tisch Radverkehr, so erklärte Antonia Gordt, „soll dabei helfen, gemeinsam mit den Kommunen und dem Staatlichen Bauamt die AGFK-Bedingungen zu erfüllen“.

Um Auto und Fahrrad besser kombinieren zu können, ist geplant, einbruchsichere Fahrradboxen an Pendlerparkplätzen entlang der Autobahn aufzustellen. Angedacht ist, das Pilotprojekt an den A7-Anschlussstellen Vöhringen und Illertissen zu realisieren.

Um den Radverkehr in besonderem Maße zu fördern, arbeitet Antonia Gordt an einem Radverkehrskonzept 2020/2021. Dabei geht es hauptsächlich darum, das Alltagsradwegenetz besser in Schwung zu bringen. Das touristische Radwegenetz hat bereits in den vergangenen Jahren unter Leitung von Andrea Engel-Benz, der Tourismusbeauftragten des Landkreises Neu-Ulm, stark an Fahrt aufgenommen. Entstanden sind zum Beispiel eine landkreisweit einheitliche Radverkehrsbeschilderung, die viel gelobt wird, und ein Radtouren-Führer mit sechs beschriebenen Tagestouren. Außerdem ist der Landkreis Neu-Ulm an drei Premium-Fernradwegen beteiligt, die durch sein Gebiet führen.

Reinigungs- und Winterdienst, Baustellenmanagement, verkehrsrechtliche Beschilderung, Poller/Pfosten, Unfallstellen – das sind weitere Themen, die im Rahmen der AGFK-Zertifizierung überprüft und gegebenenfalls verbessert werden.

Für Radschnellwegeverbindungen hat der Regionalverband Donau-Iller, bei dem der Landkreis Neu-Ulm zu den Mitgliedern zählt, eine Potentialanalyse vorgenommen. Demnach sind unter anderem folgende Verbindungen grundsätzlich für einen Radschnellweg geeignet: 1) Neu-Ulm – Senden –Vöhringen – Bellenberg – Illertissen – Memmingen; 2) Neu-Ulm – Nersingen – Leipheim – Burgau; 3) Senden – Weißenhorn und Weißenhorn – Vöhringen. Ein Ingenieurbüro prüft nun im Auftrag des Regionalverbandes detailliert die Eignung dieser und weiterer Korridore. Bislang gibt es im Landkreis Neu-Ulm keinen Radschnellweg. Aus Sicht der Radverkehrsbeauftragten Antonia Gordt wäre es wünschenswert, wenn sich auch in diese Richtung etwas bewegt.

Kontakt: Antonia Gordt, Mobilitäts-Klimaschutzmanagerin und Fahrradbeauftragte des Landratsamts Neu-Ulm, E-Mail: antonia.gordt@lra.neu-ulm.de, Telefon: 0731 / 70 40 – 3221.

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